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Was ist ein Kreuzbiss? Ursachen, Folgen und Behandlung

Was ist ein Kreuzbiss und warum sollte man ihn früh behandeln? Arten, Ursachen, Folgen und Behandlung verständlich erklärt von der Kieferorthopädin in München.

29. Oktober 2026 · 4 Min. Lesezeit

Was ist ein Kreuzbiss? Ursachen, Folgen und Behandlung
Ein Kreuzbiss ist eine der Zahnfehlstellungen, die man früh behandeln sollte, oft schon im Milchzahn- oder frühen Wechselgebiss. Vielleicht ist euch beim Zusammenbeißen eures Kindes aufgefallen, dass die Zähne nicht richtig aufeinanderpassen. In diesem Ratgeber erklärt euch Kieferorthopädin Dr. Yvonne Ewen aus München-Obermenzing, was ein Kreuzbiss genau ist, woran ihr ihn erkennt und warum sich eine frühe Behandlung lohnt.

Was ist ein Kreuzbiss?

Ein Kreuzbiss ist eine Fehlstellung, bei der die unteren Zähne beim Zusammenbeißen vor den oberen stehen, statt wie normal dahinter. Im gesunden Gebiss greifen die oberen Zähne beim Schließen leicht über die unteren. Beim Kreuzbiss ist dieses Verhältnis an einer oder mehreren Stellen umgekehrt, die Zahnreihen beißen also über Kreuz aneinander vorbei.
Diese Fehlstellung kann einzelne Zähne betreffen oder einen ganzen Seitenbereich des Kiefers. Sie tritt sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen auf, zeigt sich aber häufig schon früh, sobald die ersten Milchzähne oder bleibenden Zähne durchbrechen.

Welche Arten von Kreuzbiss gibt es?

Je nachdem, welche Zähne betroffen sind, unterscheidet man verschiedene Formen des Kreuzbisses. Die Einteilung hilft dabei, die passende Behandlung zu wählen.
  • Frontaler Kreuzbiss. Hier beißen die unteren Schneidezähne vor den oberen. Man spricht auch von einem umgekehrten Frontzahnüberbiss.
  • Seitlicher Kreuzbiss. Die Fehlstellung betrifft den Backenzahnbereich, also die seitlichen Zähne. Das ist die häufigste Form.
  • Einseitiger Kreuzbiss. Nur eine Seite des Kiefers ist betroffen. Das Kind verschiebt den Unterkiefer dann oft zur Seite, um besser zubeißen zu können.
  • Beidseitiger Kreuzbiss. Beide Seiten sind betroffen, meist weil der Oberkiefer insgesamt zu schmal ist.
Welche Form vorliegt, lässt sich bei einer kieferorthopädischen Untersuchung klären. Gerade der einseitige Kreuzbiss fällt Eltern oft nicht sofort auf, weil das Kind ihn durch eine Ausweichbewegung ausgleicht.

Wie entsteht ein Kreuzbiss?

Ein Kreuzbiss entsteht meist durch ein Missverhältnis im Wachstum von Ober- und Unterkiefer, häufig weil der Oberkiefer zu schmal ist. Die Ursachen sind unterschiedlich und oft eine Kombination mehrerer Faktoren.
Eine erbliche Veranlagung spielt häufig eine Rolle, die Kieferform wird also innerhalb der Familie weitergegeben. Daneben können angewöhnte Verhaltensweisen in der frühen Kindheit die Kieferentwicklung beeinflussen, etwa langes Daumenlutschen, dauerhaftes Saugen am Schnuller oder eine überwiegende Mundatmung. Auch die Zungenlage wirkt auf die Form des Oberkiefers. Liegt die Zunge dauerhaft zu tief, fehlt dem Oberkiefer von innen der Impuls, sich normal zu weiten.

Warum sollte man einen Kreuzbiss behandeln?

Ein unbehandelter Kreuzbiss bleibt selten folgenlos, weil der Kiefer sich mit der Fehlstellung weiterentwickelt. Je länger er besteht, desto stärker kann er das Wachstum beeinflussen.
Mögliche Folgen sind ungleichmäßige Abnutzung der Zähne, eine Verschiebung des Unterkiefers und eine asymmetrische Entwicklung des Gesichts, wenn das Kind beim Zubeißen dauerhaft ausweicht. Auch das Kiefergelenk kann durch die Fehlbelastung auf Dauer in Mitleidenschaft gezogen werden. Weil sich der Kiefer im Kindesalter noch im Wachstum befindet, lässt sich ein Kreuzbiss in dieser Phase oft einfacher und schneller korrigieren als später im Erwachsenenalter.

Wie wird ein Kreuzbiss behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach Form, Ursache und Alter und wird in der Kieferorthopädie individuell geplant. Bei Kindern beginnt sie oft mit einer herausnehmbaren Zahnspange. Ist der Oberkiefer zu schmal, kommt häufig eine Gaumennahterweiterung zum Einsatz, die den Oberkiefer sanft weitet, solange die Gaumennaht noch nicht verknöchert ist. Das ist im Kindes- und frühen Jugendalter besonders gut möglich.
Bei Jugendlichen und Erwachsenen lässt sich ein Kreuzbiss je nach Ausprägung mit festen Zahnspangen oder modernen Alignern korrigieren, in ausgeprägten Fällen auch in Kombination mit einem chirurgischen Eingriff. Welcher Weg der richtige ist, klärt Dr. Yvonne Ewen in einem persönlichen Beratungstermin, nachdem sie sich den Kiefer genau angesehen hat.

Häufig gestellte Fragen zum Kreuzbiss

Ab welchem Alter sollte ein Kreuzbiss behandelt werden?

Ein Kreuzbiss sollte früh behandelt werden, oft schon im Milchzahn- oder frühen Wechselgebiss ab etwa vier bis sechs Jahren. In dieser Phase wächst der Kiefer noch, sodass sich die Fehlstellung mit vergleichsweise einfachen Mitteln korrigieren lässt. Den richtigen Zeitpunkt bestimmt die Kieferorthopädin nach einer Untersuchung.

Wächst sich ein Kreuzbiss von allein aus?

Nein, ein Kreuzbiss verschwindet in aller Regel nicht von selbst. Im Gegenteil, ohne Behandlung kann er sich auf das weitere Kieferwachstum auswirken und Folgen nach sich ziehen. Deshalb ist eine frühe kieferorthopädische Abklärung sinnvoll, sobald die Fehlstellung auffällt.

Kann ein Kreuzbiss das Gesicht verändern?

Ja, ein länger bestehender, vor allem einseitiger Kreuzbiss kann zu einer asymmetrischen Entwicklung führen. Wenn ein Kind den Unterkiefer beim Zubeißen dauerhaft zur Seite verschiebt, kann sich das auf das Wachstum von Kiefer und Gesicht auswirken. Eine frühe Behandlung beugt dem vor.

Kann man einen Kreuzbiss auch als Erwachsener noch behandeln?

Ja, ein Kreuzbiss lässt sich auch bei Erwachsenen korrigieren. Weil das Kieferwachstum abgeschlossen ist, ist die Behandlung meist aufwendiger als bei Kindern und erfolgt je nach Fall mit festen Zahnspangen, Alignern oder in Kombination mit einem chirurgischen Eingriff.

Welche Zahnspange hilft bei einem Kreuzbiss?

Das hängt von Ursache und Alter ab. Bei Kindern mit zu schmalem Oberkiefer kommt oft eine Gaumennahterweiterung oder eine herausnehmbare Spange zum Einsatz. Bei Jugendlichen und Erwachsenen werden je nach Fehlstellung feste Zahnspangen oder Aligner verwendet. Welche Variante passt, entscheidet sich nach der Untersuchung.

Fragen zu den Zähnen eures Kindes?

Wir beraten euch gern persönlich in unserer Praxis in München-Obermenzing, nahe Pasing.

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